Lindenberg! Mach dein Ding

Lindenberg! Mach dein Ding (2020)

Von seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973; von seinen Anfängen als hochbegabter Jazz- Schlagzeuger und seinem abenteuerlichen Engagement in einer US-amerikanischen Militärbasis in der Libyschen Wüste, über Rückschläge mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie „Mädchen aus Ost-Berlin“ oder „Hoch im Norden“ und „Andrea Doria“: Lindenberg! Mach dein Ding erzählt die Geschichte eines Jungen aus der westfälischen Provinz, der eigentlich nie eine Chance hatte, und sie doch ergriffen hat, um Deutschlands bekanntester Rockstar zu werden – ein Idol in Ost und West.
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Udo Lindenberg zog mit 15 Jahren allein von der westfälischen Provinz in die Großstadt, um seinen großen Traum zu leben. Er hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht und wurde zu dem, der er heute ist. Die grünen Socken, die Zigarre im Mund, das Glas in der Hand, der Hut auf dem Kopf, tief im Gesicht, darunter die Sonnenbrille und der rauchige Slang seiner Stimme – all das sind seine Markenzeichen...

„Ich hab niemals daran gezweifelt.“ Mit diesen Zeilen endet Lindenberg! Mach dein Ding, die Geschichte Udo Lindenbergs vor seinem großen AndreaDoria-Durchbruch in Hamburg 1973. Es ist seine Geburtsstunde, sein Durchstarter und ein Auftritt, der in die Geschichte eingehen wird kurz nach seinem Überraschungserfolg mit „Hoch im Norden“.

Zwei Jahre zuvor sitzt Udo Lindenberg (Jan Bülow) noch in einem Striplokal auf der Reeperbahn am Schlagzeug, lässt sich durch die Nacht treiben und versucht in Hamburg Fuß zu fassen. Hier lernt er Paula (Ruby O. Fee) kennen, nicht seine erste große Liebe, aber eine „feurige Bordsteinschwalbe“ und leidenschaftliche Freundin. Hier gesellt sich Steffi Stephan (Max von der Groeben) dazu, sein Freund und Panik-Partner bis heute. Hier wächst die Idee seiner eigenen Band, ein Traum, den Udo schon seit seiner Kindheit in Gronau hat, als er James Stewart in der „Glenn Miller Story“ auf der großen Leinwand sieht.

In Gronau trommelt Udo als 6 -Jähriger auf einem Blecheimer, wenn sein Vater Gustav (Charly Hübner) mal wieder einen seiner betrunkenen Auftritte im Wohnzimmer hat. Später waren es Blechfässer und schließlich bekommt er von seinem Vater zwar sogar ein Schlagzeug zum Geburtstag – aber leider auch den ernüchternden Ratschlag, sich den großen Musikertraum zu sparen und lieber auf eine Zukunft als Klempner vorzubereiten. So leicht aber lässt er sich nicht aufhalten und auch wenn er Jahre später mit Anfang 20 in Hamburg noch nicht wirklich weiß, wie es weiter geht, macht er unbeirrt einen Schritt nach dem anderen. Er hält sich mit Bandgigs und Studioaufnahmen für Werbespots über Wasser und macht einen Ausflug nach München zu Klaus „Goldfinger“ Doldinger für die ersten Aufnahmen der Tatort-Titelmelodie. Mal ist Steffi dabei, mal nicht, denn ganz ohne Streit, Stress oder Enttäuschungen ist es kaum möglich, seinen eigenen Weg zu finden – gerade wenn man große Träume hat.
So ist es auch, als er sich als 15-Jähriger aus Gronau aufmacht und seine turmspringende und etwas ältere Jugendliebe Susanne (Ella Rumpf ) zurücklässt, die er schon ein paar Jahre zuvor mit seinem unbeirrbaren Charme im Schwimmbad erobert hatte. Eine Kellnerlehre in Düsseldorf soll sein Sprungbrett in die weite Welt sein, der nächste Stopp die Weltmeere auf einem Kreuzfahrtschiff. So richtig allerdings wollen Udos Freiheitswille und die strengen Regeln seiner Lehre in einem Luxushotel nicht zusammenpassen. Mit der ersten, ernstzunehmenden Chance, es als Schlagzeuger weiter zu bringen, verabschiedet sich Udo aus dem Hotelleben. Es verschlägt ihn als 17-Jährigen nach Libyen, wo er zur Unterhaltung der US-Truppen am Schlagzeug sitzt und zumindest eine erste Ahnung von der großen weiten Welt erhält. Mit dieser unglaublichen Wüstenerfahrung bekommt er aber auch seinen ersten Dämpfer, als er sich im Rausch eines Truppen-Auftritts ans Mikro wagt und eben nicht gefeiert wird, sondern Buh-Rufe seine Selbstzweifel nähren.
Zweifel, die ihn auch in Hamburg der frühen 70er Jahre genauso begleiten, wie sein unbedingter Wille es trotzdem zu schaffen. Mittlerweile spielt er wieder mit Steffi in einer Band, kann ein paar kleinere Erfolge verbuchen und sogar der Talentsucher Mattheisen (Detlev Buck) ist schon auf sie aufmerksam geworden. Udos Versuch, die Band umzukrempeln, es vielleicht endlich mal mit deutschen Texten zu versuchen, scheitert kläglich. Es ist eine kleine Niederlage, die trotzdem aus der Not und in kleinerer Besetzung zu Udos erstem Album führt, wenn auch nach den Teldec-Vorgaben im Chicago-Sound und auf Englisch. Das ist es nicht, was Udo wollte. So trägt er zwar mit einem gewissen Stolz sein „Lindenberg“-Album ins Elternhaus nach Gronau, aber nicht nur er, sondern auch sein Vater hat Zweifel daran, dass er sich damit nun wirklich seinen großen Traum erfüllt hat. Seine erste Platte verkauft sich so desaströs, dass sich Udo mit Mattheisen streitet und die Zelte in Hamburg abbricht, um nach Berlin zu ziehen. Bei einem Besuch in Ost-Berlin lernt er die junge Petra (Saskia Rosendahl) kennen, in die er sich unsterblich verliebt. Doch es ist eine Liebe ohne Zukunft und Udo bekommt die harte Realität und Chancenlosigkeit einer deutsch-deutschen Beziehung mit einer Mauer dazwischen zu spüren.
Mit Trennungsschmerz und der „Mädchen aus Ost-Berlin“- Ballade im Gepäck findet er seinen Weg zurück nach Hamburg, hinters Mikro auf der Bühne im Onkel Pö, wo sich das Panikorchester um ihn versammelt, Mattheisen lauschend an der Theke steht und Udos Mutter Hermine (Julia Jentsch) mit der Nachricht vom Tod seines Vaters auf ihn wartet. Mit dem Pö-Auftritt im Rücken bekommt Udo eine weitere Chance, diesmal allerdings nur für eine „gefühlige“ Single, doch zum Glück hat Udo mit „Sommerliebe“ nicht nur genau so eine Schlager-Schnulze auf Halde, sondern auch noch einen echten Udo-Song für die B-Seite. Plötzlich rockt Udo mit „Hoch im Norden“ durch den Radio-Äther und in die Charts – der Weg ist gebahnt. Auch wenn es bis zur großen Andrea Doria-Tournee, bis zum ersten Millionenvertrag und seinem legendären Auftritt in Hamburg 1973 noch ein bisschen hin ist, muss er sich diesem Erfolg stellen, bevor er wirklich nur noch sein Ding machen kann...
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Metadaten

Originaltitel: Lindenberg! Mach dein Ding

Regie: Hermine Huntgeburth

Genres: Biographie, Musik

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