Moonlight

Moonlight (2016)

MOONLIGHT erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. MOONLIGHT ist ein einzigartiges Stück Kino über persönliche Augenblicke und Menschen, die uns prägen und den Schmerz der ersten Liebe, der ein Leben lang nachhallen kann.
Weiterer Hintergrund, Inhalt oder Bewertung
I. LITTLE
Der 10-jährige Chiron, der von allen nur spöttisch „Little“ genannt wird, flieht zu Beginn des Films vor anderen Kindern, die ihn verprügeln wollen – bis er von Juan gerettet wird, einem Drogendealer, der gemeinsam mit dessen Freundin Teresa zu seinem Mentor und Beschützer wird.
II. CHIRON
Im zweiten Kapitel hat Chiron mit der Liebe zu seinem Schulkameraden Kevin zu kämpfen, dem sich stetig verschlechternden Zustand seiner Mutter Paula und einem traumatischen Zwischenfall auf dem Schulhof, der sein Leben nachhaltig verändern wird.
III. BLACK
Das dritte Kapitel folgt dem mittlerweile erwachsenen Chiron – jetzt bekannt unter seinem Gangnamen „Black“ – der sich in Atlanta ein neues Leben aufgebaut und sich dabei von seinen Mitmenschen abgeschottet hat. Erst ein Anruf aus der Vergangenheit bringt Bewegung in Blacks Leben. In einer virtuosen Sequenz in einem Diner kommt es zu einem wahrhaft unerwarteten und doch unvergesslichen Wiedersehen mit Kevin.

Obwohl MOONLIGHT im Grunde die Coming-of-Age-Geschichte eines schwulen Farbigen ist, ist es im Kern ein universeller Film darüber, wie es ist, anders zu sein.

Die Idee hinter MOONLIGHT enstand in ihrer ersten Form an einer Schauspielschule als Projektarbeit des in Miami geborenen Autors Tarell Alvin McCraney. McCraney reichte „In Moonlight Black Boys Look Blue“ beim Borscht Film Festival ein, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Werke von Künstlern aus der Region zu präsentieren. Ziel des Festivals war es Geschichten zu fördern, die „mehr zu bieten haben, als Miami als so schöne wie sinnentleerte Partymetropole darzustellen“, zu fördern. Das Skript blieb jedoch unaufgeführt. Im Jahre 2013 unterstützte die Produzentin Adele Romanski (MORRIS FROM AMERICA, THE MYTH OF THE AMERICAN SLEEPOVER) Jenkins bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolgeprojekt zu MEDICINE FOR MELANCHOLY. Das seit der gemeinsamen College-Zeit befreundete Duo traf sich alle zwei Wochen, um verschiedenste Ideen zu besprechen, bis sie auf McCraneys Skript stießen. „Tarell hatte auf großartige Weise eingefangen, was es bedeutet, als Schwarzer aus ärmlichen Verhältnissen in Miami aufzuwachsen“, erzählt Jenkins. „Für mich war das eine Chance, durch Tarells wunderbare Arbeit einige meiner eigenen Kindheitserinnerungen auf die Leinwand zu bannen. Wir haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Es war die perfekte Kombination.“ Zufälligerweise waren beide in Miamis Wohnbezirk Liberty City aufgewachsen, in dem auch MOONLIGHT zu großen Teilen spielt. Jenkins und McCraney kannten sich in ihrer Kindheit nicht, ihr Werdegang ähnelt sich jedoch auf erstaunliche Weise. Sie hatten dieselbe Grund- und weiterführende Schule besucht und sich beide für eine künstlerische Laufbahn entschieden, in deren Verlauf sie Themen und Motive wählten, bei denen sie sich eng an ihren persönlichen Erlebnissen orientierten, darunter Identität und Männlichkeit. Besonders auffallend ist dabei, dass sie in Familien aufwuchsen, in denen Drogenmissbrauch an der Tagesordnung war. Jenkins‘ Mutter hat ihre Sucht überwunden und ist seit 24 Jahren HIV-positiv, wohingegen McCraneys Mutter an den Folgen ihrer AIDS-Erkrankung gestorben ist.

McCraneys ursprüngliche Story handelte von der Beziehung eines Jungen in Liberty City zu einem örtlichen Drogenhändler, der zu einer Art Ersatzvater avanciert, als der Junge mit dem Mobbing seiner Schulkameraden, der Drogensucht seiner Mutter und einem überwältigenden Gefühl der Einsamkeit und Isolation zurechtkommen muss, was schließlich in einer Tragödie endet. Die nicht-linear erzählte Geschichte „In Moonlight Black Boys Look Blue“, die immer wieder zwischen Kindheit und Jugend des Protagonisten hin und herspringt, und sich dabei intensiv mit den Themen Männlichkeit, Identität und Gemeinschaft auseinandersetzt, beleuchtet außerdem die aufkeimende Homosexualität ihrer jugendlichen Hauptfigur Chiron in einem wenig aufgeschlossenen Milieu.

„Es war mir wichtig zu zeigen, welche aktive Rolle Chirons soziales Umfeld in seinem Leben spielt“, sagt McCraney. „Sein Umfeld weiß Dinge über ihn, bevor er sich selbst darüber im Klaren ist. Seine Mitmenschen wollen ihn in eine Schublade stecken, bevor er überhaupt versteht, was das bedeutet. Das widerfährt uns allen, ob wir nun, männlich, weiblich, schwarz, weiß, hetero- oder homosexuell sind. Es gibt Situationen, in denen uns unser soziales Umfeld mitteilt, als was es uns betrachtet. Wie wir darauf reagieren, definiert unseren Konflikt mit dieser Situation und hat einen enormen Einfluss auf den weiteren Verlauf unseres Lebens.“ Für die Adaption hat Jenkins alle drei Kapitel der Geschichte chronologisch sortiert und deutlich erweitert. Während McCraneys Vorlage mit dem Anruf von Kevin endet, hat Jenkins die Geschichte um viele Szenen mit Black erweitert. Somit wird allen drei Abschnitten im Reifeprozess seines jungen Protagonisten derselbe Raum zugestanden, um die ganze Geschichte zu entfalten. Romanski war augenblicklich begeistert von dieser hochemotionalen Coming-ofAge-Geschichte. Trotz seines sehr spezifischen Settings spricht MOONLIGHT alle an, die sich jemals fremd in dieser Welt gefühlt haben. „Das Drehbuch hat mir das Herz gebrochen“, gesteht Romanski. „Selbst als weiße Frau konnte ich mich mit Chirons Geschichte identifzieren. Viele Menschen erleben Ausgrenzung, ungeachtet der Hautfarbe, des Geschlechts, Alters oder sexueller Orientierung. Obwohl MOONLIGHT im Grunde die Coming-of-Age-Geschichte eines schwulen Farbigen ist, ist es im Kern ein universeller Film darüber, wie es ist, anders zu sein.“ MOONLIGHT setzt sich gänzlich über Schubladen und Kategorisierungen hinweg und konzentriert sich ganz auf die universelle Geschichte des kathartischen persönlichen Kampfes eines jungen Mannes. „Barry ist eine sehr in sich gekehrte und introvertierte Person“, erzählt Romanski. „Außerhalb einer kleinen Gruppe von Menschen, denen er vertraut, lässt er sich nicht oft blicken. MOONLIGHT hat es ihm ermöglicht, die Geschichte seiner Kindheit und Jugend zu erzählen – mit Hilfe von Tarells adaptierter Story.“

MOONLIGHT ist tief verankert in seinem Schauplatz Miami, das zu einem eigenständigen Charakter avanciert, ganz genau so wie es San Francisco in Jenkins‘ letztem Film MEDICINE FOR MELANCHOLY war. Viele, die am Film beteiligt waren, sind in Florida aufgewachsen, einschließlich Jenkins, McCraney, Romanski und Rodriguez. Auf sie alle hatte Miami auf verschiedenste Art und Weise einen Einfluss gehabt. Für McCraney ist Miami eine einzigartige Stadt, die ihre Einwohner wie auch Besucher auf unvergleichliche Weise einnimmt und verschlingt: „Der einzige Ort, den ich verstehe, aber nicht gänzlich erklären kann“, meint McCraney. „Miami versinkt in den Problemen der amerikanischen Gesellschaft, versprüht aber dennoch etwas völlig Jenseitiges, weil es die meiste Zeit über doch paradiesisch anmutet. Es fällt schwer, bei den tropischen Temperaturen und Palmen an die Arbeit zu denken. Diese Stadt hat außerdem etwas Zeitloses, was MOONLIGHT perfekt einfängt. Der Film präsentiert einen Querschnitt des Lebensgefühls in Miami, ohne dabei mit irgendetwas davon zu geizen.“ Für Romanski, die Miami als immens wichtige Figur im Film betrachtet, stellt die Sonne im Süden Floridas eines der spürbarsten Charakteristika der Stadt dar, durch die die Geschichte in ihr ganz eigenes Licht getaucht wird. „Durch die viele Sonne verbindet man mit Miami üblicherweise sehr hartes Licht. Aber die hohe Luftfeuchtigkeit verleiht ihm eine unglaubliche Textur. Durch das üppige, vor Leben sprühende Umfeld erhält es zusätzlich eine schmerzhaft schöne Note. Man kann es förmlich spüren.“

Jenkins und seine Crew drehten MOONLIGHT in Liberty Square, der Teil des Liberty-City-Sozialwohnbauprojektes ist, in dem Paula und Chiron im zweiten Kapitel wohnen. Diese Gegend wird oft als eine der gefährlichsten in den ganzen USA bezeichnet. „Wir wollten eine möglichst authentische Geschichte erzählen und haben deshalb an Schauplätzen gedreht, die in Hinblick auf unsere Figuren den authentischsten Eindruck vermittelt haben“, erläutert Romanski. „Einige unserer Crewmitglieder waren noch nie in solch einer gefährlichen Gegend gewesen, obwohl sie in Miami aufgewachsen sind.“ Für Jenkins, der in Liberty City aufgewachsen und nach dem College an die Westküste gezogen war, war es wichtig, die Schönheit dieser Umgebung hervorzuheben, die ihn in seiner Jugend geprägt hatten, auf dieselbe Weise, wie sie Chirons Kindheit und Jugend im Film prägen. „Liberty City ist eine der heruntergekommensten Gegenden in Miami. Im Film aber berstet sie geradezu vor Farben. Die Gebäude erstrahlen in wunderschönen blauen, pinken und orangefarbenen Pastelltönen. Sie wurden in den letzten 40 Jahren nicht gestrichen, aber die Farben sind auch nach all der Zeit nicht vollständig abgeblättert. MOONLIGHT hat viele düstere Momente und behandelt schwierige Themen, aber ich wollte die unerwartete Leuchtkraft dieser Sozialbauwohnungen einfangen, ebenso wie das Gefühl, diese Farben und dieses Licht mit eigenen Augen zu sehen.“
Besucherbewertung (15)
Ausgezeichnet
Sehr Gut
Gut
Weniger Gut
Schlecht
Um diesen Eintrag zu Bewerten einfach nur entsprechend klicken..
Ø Bewertung IMDb (188913)
Ø Bewertung MovieScout (15)
Ø IMDb/MovieScout (188928)
7.4 /10
8.5 /10
8 /10
Moonlight
Лунный свет
Luz de luna
Moonlight
Σεληνόφως
Moonlight: Sob a Luz do Luar
Holdfény
Moonlight
Mesečina
Bewertung: 8.5 /10
Cover von Moonlight
Metadaten

Originaltitel: Moonlight

Regie: Barry Jenkins

Genres: Drama

FSK: Freigabe ab 12 Jahren

Filmmusik: Nicholas Britell

Drehbuch: Barry Jenkins

IMDb: Link zu IMDb

MovieScout Worth seeing movie
Deutscher Trailer
Englischer Trailer
Featurette 01
Bei Amazon kaufen

Die DVD Kaufen

Die Blu-ray Kaufen

Suche auf Amazon

Gallerie
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight
  • Bild von Moonlight

Alle Inhalte und Medien auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne entsprechende Lizenz nicht wiederveröffentlicht werden.
© MovieScout © DCM (Vertrieb Universum Film)

Relevante Filme
MovieScout Music Note: Sia - Unstoppable
Hinweis
MovieScout bewertet unabhängig Filme und gibt TV Tipps. Die Unterhalb dieses Textes anzeigte Legende der Bewertung, welche sich übrigens durch unsere gesamte Webseite zieht, ist das aktuelle durchschnittliche Bewertungsergebnis unserer Besucher d.h. Bitte bewerte die Filme. Das Bewertungsergebnis unserer Besucher ist nicht immer Deckungsgleich zu unserer Einteilung, in Avard- oder Sehenswerte Filme, bietet aber eine gute Ergänzung. Dynamische Inhalte wie Bewertungen erscheinen mit zeitlicher Verzögerung.
Schlecht
OK
Gut
Unbewertet